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Die nasse Fledermaus

Abgesehen von der natürlichen Aussicht und Lage, den vielen Brennnesseln und dem Breitwegerich, drang noch etwas anderes in unser vom Schlaf befallenes Gehirn. Mitten im Biss ins Brötchen hüpfte ein Kaninchen vor unserem Fenster herum und frühstückte vergnügt neben uns. Die Gruppe war natürlich hin und weg. Wasser wurde verschüttet und der Käse fiel vom Roggenbrot. Die Freude war groß und so ging es regelrecht hüpfend in Richtung Tagungsraum.

Von den erquickenden Klängen der einzelnen Chöre bis hin zu den klingenden Wellen des Sees, konnten unsere kleinen Menschen heute alles erleben. Der Kinderchor plantsche mit den Entlein und verteidigte sein Dorf vor den Werwölfen. Weniger dramatisch verlief der Nachmittag des Jugendchors. Am See ging er mit leichtem Sonnenbrand, Wasser im Ohr und Sand in den Badesachen einher. Weltmeisterschaften wurden ausgetragen im Volleyballspiel und Turm(See)springen. Wetten wurden geschlossen und es wurde wild darum gespielt wer die höchsten Karten auf der Hand hat. Der ungestüme Jugendchor.

Der Chor kam jedoch zu Ruh als wir uns auf die Fledermaus-Nachtwanderung begaben. Wir wurden zwar um Stille gebeten, aber wer kann schon Ruhe halten, wenn unzählige Fledermäuse über einem Fliegen. Bleibt nur die ständige Angst, dass die nächste Fledermaus im Haar hängen bleiben und mit einem davon fliegen könnte. Die Nacht war lang, spannend, aber lang. Die Kinder schlafen, die Großen hoffentlich auch, die Betreuenden tun Nachts ihre letzten Handgriffe und nur das kleine Kaninchen hüpft noch unter den Sternen herum.

Oh nein! Wo ist mein Käse?!

Probenfrei! Endlich dürfen die überarbeiteten Ersatzmappen einen Tag ruhen… Aber anstrengend wurde es für uns am heutigen Donnerstag dennoch. Mit dem Bus ging es in Richtung Immenstadt, von wo wir eine Wanderung durch die Berge der Voralpen starteten.

Die anspruchsvolle Steigung blieb uns Dank der Mittagbahn erspart, einem Sessellift, der uns in Zweierpaaren von 750 m auf 1452 m brachte.

Von der Bergstation ging es noch ein paar wenige Meter in die Höhe, wo vor dem Gipfelkreuz ein Gruppenfoto gemacht wurde.

Die Wanderung führte uns dann zurück ins Tal, dabei wechselten sich Laufen und Pausen je nach eigener Geschwindigkeit ab. Die Gruppenersten hatten dabei das Vergnügen, Entgegenkommenden unsere etwa 70 Personen zählende Menschenschlange anzukündigen.

Wir schlängelten uns so durch Almwiesen und Kuhherden nach Gunzesried, wo wir die dortige Sennerei besuchten. Begrüßt wurden wir durch eine abwechslungsreiche Verkostung der verschiedenen Käsesorten, die nur von einem außergewöhnlichen Imagefilm überstrahlt wurde. Der Senner ermöglichte uns eine interessante Führung durch den Käsekeller und anschließend konnten die hauseigene Produkte erworben werden. Der charakteristische Geruch, insbesondere durch das Salzbad verursacht, wird vielen von uns wohl noch lange in der Nase schweben.

Doch die Wanderung war noch nicht beendet. Der Weg führte und an einem kristallklaren Gebirgsbach vorbei, der die großen Felsblöcke glatt geschliffen hatte.

An einer besonders schönen Stelle gingen eine Hand voll Sänger in das kalte Wasser, viele erfrischten ihre Füße von der langen Wanderung. Der Bus wartete in Blaichach auf uns, wenige Kilometer von Gunzesried entfernt.

Wieder zurück in Leutkirch, stürzten sich alle auf das Abendessen. Bald darauf endete der sportliche Tag mit gemeinsamen Tanzen.