Der Kampf um ein Schläfchen und eine Fahne

Ein bedeutsamer Tag. Ein Tag voller Aktion, Freundschaft, Taktik, Mücken, Pollen, Spielkarten und einem Geburtstag (Happy B-Day, Alois!) Die Fahnen wehten, die Kinder rannten und die Karten flogen. Doch am Morgen musste erst mal der Disput des Aufstehens ausgetragen werden. Michael Jackson hatte glitzernde Spuren hinterlassen und alle sehnten sich nach einem guten, langen Schläfchen. Erfahrungsberichten nach wohlverdient und etwas nötig.

Der Tag blieb jedoch nicht wohlgesittet und fluffig, das Fahnenspiel wurde angekündigt. Vier Teams, drei Farben und ein Farbstadium belagerten den Rasen und kämpften wie scharfsinnige Piraten, mit einem französischen Kartenspiel. Die Teams hielten sich alle wacker. Wie Ritter stürmten sie mit Lanze und Schild auf die Gegner und erhofften sich einen glorreichen Sieg. Alle Teams waren erfolgreich, trotz des ein oder anderen müden Gesichts.

Und schließlich klang der Mond durch die Hallen unserer Bleibe, der Tag war vorbei. Ein Zuhause-Tag voller Schlaf und Kampfesgeist. Ein Draußen-Tag voller Grasflecken und Sonnencreme. Ein Tag für kommende Chorjahre mit Tanztutorial-Videodreh.

Und spät Abends, wenn die letzte Tasse Tee bereits getrunken wurde und Origami-Vögel im Traum durch unsere Zimmer fliegen, hört man schon aus der Ferne das rauschende Meer, an dem wir morgen wild über den Strand rennen und die Möwen, die unser Lunchpaket stehlen werden.

Draußen vor dem Bus

Ein Artikel, den kein Blogger veröffentlichen und kein Leser lesen will

Ein Chor kommt nach Hamburg. Er war lange dort, der Chor. Einen Tag. War das lange? Vielleicht zu lange? Eher nicht. Vielleicht genau richtig. Aber abends kam er ganz anders wieder nach Bad Segeberg, als er wegging.

Ein Chor kommt nach Hamburg. Und dort kämpft er sich Stufe für Stufe auf einen Bunker. Einen alten Bunker. Ein grauer Haufen aus dickem Beton. Ein grauer Haufen aus schwerem Schicksal. Aber nachdem sich der Chor die Stufen hochgekämpft hat, wird er von Grün erwartet. Friedliches, freundliches Grün. Ein Grün des schönen, langen Friedens. Ein Grün des zerbrechlichen Friedens.

Der Chor blickt hinab auf die Stadt.

Regenwolken brauen sich dunkel am Himmel zusammen. Und der Chor verlässt den grauen grünen Bunker.

In Teile zerlegt verteilt sich der Chor in den Straßen der Stadt.

Elbphilharmonie und Hafen City

Ein Teil geht zum Hafen. Die Elbe schwappt gegen die Pontons. Keilförmig ragt ein großes Gebäude in die Wellen. Äußerlich ist es ein ferner Verwandter des Flusses selbst, mit seinem wellenförmigen Dach und dem spiegelndem Glas. In dem Gebilde rollt der Chorteil auf endlos langen Stufen weiter hinauf in das Glas. Und von hier sieht er die alte, schwappende Elbe. Die alten, wankenden Schiffe.

Das gläsernde Gebilde spuckt den Chorteil über die rollenden Stufen wieder zurück auf das Elbufer. Von dort läuft er zwischen modernen Gebilden und dem alten Wasser der Elbe entlang. Hafen-City. Teile des Chorteils haben Hunger. Ein stummer nasser Fisch im Brötchen. So richtig dick und glitschig. Scheint zu schmecken.

Man hört den Wind und das Wasser. Eintöniges Klatschen kleiner Wellen.

Auswanderermuseum

Ein Teil geht nach BallinStadt. Zeitzeuge.

Dort erfährt er das Leben eines Auswanderers. Ein Mann geht aus Deutschland. Ein Mann kommt nach Deutschland. Verschiedenste Schicksale.

Der Chorteil erlebt diese Schicksale. Schicksale von Menschen. Menschen, die nach Deutschland kommen. Aus Deutschland gehen. Menschen von denen, die fliehen und suchen. Einige kommen in der Ferne zuhause an. Andere wollen wieder zurück. Wollen Zurück nach Hause kommen und kommen dann doch nicht nach Hause, weil für sie kein Zuhause mehr da ist.

Udo Lindenberg – Panik City

Ein Teil geht zur Reeperbahn. Multimedia-Museum.

Und da erlebt er einen ganz tollen Film. Er muss sich während der Vorstellung mehrmals in den Arm kneifen, denn er weiß nicht, ob er wacht oder träumt. Aber dann sieht er, dass es rechts und links neben ihm noch mehr Bildschirme gibt, die alle dasselbe zeigen. Lautstark schallt Udo Lindenbergs Stimme durch den Raum. Die Grenzen zwischen Realität und KI-Generierung scheinen zu verschwimmen. Aber er erfährt, dass es dann doch wohl die Wahrheit sein muss. Digital verarbeitete Wahrheit. Lautstarke Musik. Moderne Museumspädagogik.

Ja, als der Chorteil am Schluss mit tauben Ohren und müden Augen wieder auf der Reeperbahn steht, merkt er, dass es alles andere als ein alltägliches Museum war. Nein, kein alltägliches Museum. Von einem Mann, der aus Deutschland nach Deutschland wollte.

Hamburger Kunsthalle

Ein Teil geht gen Hauptbahnhof. Daneben die Kunsthalle.

Dort starrt er auf Gemählde, Skulpturen und andere Kunst. Vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne ist alles dabei. Auf zwei Gebäude aufgeteilt und viele Etagen. Es reicht nur für einen kurzen Blick auf jedes Kunstwerk, wenn er gerne alles anschauhen möchte. Nicht jeder bemerkt da auch das letzte Gemälde, einsam in einer Ecke hängend. Eine Schnecke? Oder findet die Zeit beim Verzehr seines Lunchpakets die Möwen zu beobachten.

Eine Kunsthalle. Wahrlich. Kunst gibt es hier viel zu sehen. Und mit etwas Fotografiegeschick lässt sich hier sogar neue Kunst erschaffen.

Michael Jackson – Musical

An den Landungsbrücken weht der Wind. Die alte Elbe quasselt. Und ein Chor überquert das Wasser. Auf der anderen Seite wartet ein weiterer Sänger mit Hut und lautstarker Bühnenshow. Knallend schallt das Wummern der Musik in die Köpfe der Menschen. Helles flackerndes Licht, präzise Choreographien. Und für einen müden Geist wird das Gesicht unter dem glitzernden Hut zu dem Anderen. Hut mit Stern. Und der müde Geist wird den Anderen nicht mehr los. Udo Jakobssohn. Michael Limehill.

Der Chor verlässt Hamburg. Der Wind weht weiter. Die Elbe quasselt weiter.

Von fehlender Statistik und der Suche nach Fibonacci

Duftendes Brot lockte uns am heutigen Morgen zurück in die Stadt, die wir erst am Vorabend verlassen hatten. Lübecks beste Bäckerei erwartete uns auf dem Brink, dem heimischen Marktplatz der „Brotupie“. Hier sollten wir zwischen Zucchini, guten Fegern, feinen Bürsten, Johannisbeeren und genanntem Brot ein Kurzkonzert geben. Zweck des Ganzen war natürlich Werbung. Unsere These war, unser übliches Konzertpublikum wiche stochastisch gesehen nicht signifikant von der üblichen Wochenmarktzielgruppe ab.

Diese Vermutung würden wir erst am abendlichen Konzert weiter untersuchen können. Spaß hatten wir allerdings daran, im regen Markttreiben so nah am freundlichen Publikum zu musizieren. Vor allem aber lohnte sich unser Singen, da uns die Brotupie dafür mit blecheweise Zimtschnecken verwöhnte. Ofenfrisch und mit einer Scheibe Eis gefüllt verführten uns die süßen Kringel (also, Spiralen?) gänzlich in die Brotupie. Ein Narr, wer danach nicht ganze Brotlaibe aus dem zum Marktstand umgebauten Pferdewagen in seinen Tagesrucksack stopfte.

Magen und Rucksack nun etwas gefüllter, machten wir uns auf den Weg zur Marienkirche. Einige bodenständige Chormenschen ließen sich durch das Kirchenschiff führen und lernten eben so das Übliche zu einer Kirche, die in der Vergangenheit erbaut wurde.

Die Mauersegler und Turmfalken unseres Chores jedoch ließen sich nicht davon abhalten, die Türme und Gewölbe der mittelalterlichen Backsteinkirche zu erkunden: Glocken, Steine, Gewölbe und die Aussicht über eine rote Stadt. Das Schöne daran: Die Statik von Gewölben ergibt weitaus regelmäßigere Muster als Gebäck.

Danach mussten wir schnell die hunderten Stufen hinunter trappeln, denn unten wartete die Stellprobe. Und Stellproben gehören bekanntlich zu einer ungeduldigen Spezies. Zum Glück war das heutige Indiviuum allerdings nicht so tempivor (lat.: zeitfressend).

Kurze Pause, Umziehen – und schon sangen wir das nächste Konzert. Die Kirche war gut gefüllt mit gerührten potenziellen Wochenmarktkunden. Doch sehr zum Leid der anwesenden Statistikfanatiker wurde unsere morgendliche Vermutung aber nicht weiter analysiert. Wie groß die Schnittmenge der beiden Mengen „Wochenmarktkunden“ und „Kinderchorkonzertbesucher“ nun also wirklich ist, bleibt uns verborgen hinter nicht-fibonaccischen Zimtschnecken…

„Bitte wenig Pommes.

Ich bin nur wegen der Wurst hier!“

„Wir wünschen dir viel Segen…“ erklang es mehrfach zum Wecksingen, denn gleich zwei Geburtstagskinder wollten heute mit unserem traditionellen Geburtstagskanon geweckt werden. Über den Tag hinweg sollten sie dann noch so einiges erleben.

Das Frühstück verlief noch recht ereignislos, abgesehen von einer weiteren Runde Geburtstagskanon.

Beim Morgenkreis ging der Spaß dann aber auch schon los. Akustisches Topfschlagen. Geführt von zustimmenden und ablehnenden Geräuschen mussten bestimmte Positionen im Raum erreicht werden.

Außerdem musste noch die Hiobsbotschaft überbracht werden: Wegen der seit Tagen in Deutschland wütenden Gewitterfront, die nun auch uns erreichen sollte, konnte der Strandbesuch aus Sicherheitsgründen leider nicht stattfinden.

Ein paar Proben später folgte die nächste Nahrungsaufnahme. Currywurst unzerteilt mit Pommes. Darauffolgend fuhr dann ungewöhnlich bald der Bus, wodurch die zweite Runde Wurst bei Manchen dann doch etwas geschlungen und der Nachtisch in der Brotdose mit in den Bus genommen werden musste.

An dem Ausweichziel Lübeck angekommen musste die Kleinbusbesatzung jedoch feststellen, dass der große Bus noch eine Weile im Anreiseverkehrs-Stau der Karl-May-Spiele fest gesteckt hatte. Deshalb wurde die nun längere Wartezeit in der Jakobikirche verbracht, um der schwülen Hitze für einen Moment zu entgehen.

Nach Eintreffen des großen Rests durfte es erstmal ein bisschen Freizeit sein. Neben Klassikern wie Niederegger wurde von manchen sogar schon der morgige Konzertort, St Marien, ausgekundschaftet. Vor eintreffen des Gewitters floh die Gruppe dann in das Hansemuseum. Dort erwartete die Geburtstagskinder erneut eine Aufgabe: „Tragt den Luftballon mit einer weiteren Person durch die Ausstellung, indem ihr ihn nur mit jeweils einem Finger berührt“

Bis alle durch die Ausstellung durchgelaufen waren, bot sich für die Wartenden noch die Gelegenheit für Spiel, Spaß und Entspannung.

Die Regenpause nutzend ging es zurück in die Busse und nach Hause zum wartenden Abendessen. Anschließend erwartete die Geburtstagskinder ein Chortänze an der Musik erraten Quiz und alle gemeinsam dann die vollständige Ausführung selbiger.

Einen Bal(l)ance-Parkur gepaart mit einer Abwandlung von „Ich packe meinen Koffer“ später endete der Tag mit der Tournee-Tagesschau im Abendkreis.

Zu besuch bei Eulenspiegel in Mölln

Geweckt, gefrühstückt und und mit Noten bestückt, wird am frühen morgen die Gelegenheit genutzt, in einer Probe Aufstellungen zu üben und Details aus dem ersten Konzert zu koordinieren.

Also nun geweckt, gefrühstückt und geprobt geht es los mit den Bussen nach Mölln. Zum einen um dort die Stadt und das darin enthaltene Eulenspiegel Museum zu besichtigen, zum anderen um in dem nahegelegenen Augustinum unser zweites Tourneekonzert zu bestreiten.

Die Besonderheit dieses Augustinus (wir haben in den letzten Jahren auf Tournee schon in dem einen oder anderen Augustinum gesungen) ist, dass es auf einem Berg gelegen hunderte Meter entfernt von dem dazugehörigen Parkplatz liegt. Da allerdings auch bewegungseingeschränkte Menschen in der Lage seien sollen sich der Einrichtung zu nähern, bietet diese die Möglichkeit mit einem sich diagonal bewegenden Aufzug hinauf zu fahren.

Geweckt, gefrühstückt, geprobt , busgefahren, stadtbesichtigt, mit Lunchpaket versorgt, über Till Eulenspiegel informiert und spaziert, geht es gleich weiter mit der Stellprobe.

Alle auf die Bühne, aber erstmal nur der Kinderchor. Und jetzt mit dem Mädchenchor. Kommt mal bitte alle weiter vor. Rechts mehr zusammen rutschen und bitte selbständig Lücken ausgleichen. Wenn ihr den Mond singt, beginnt ihr bitte von der Bühne abzugehen und verlasst dann den Saal. Geht bitte etwas essen und dann treffen wir uns umgezogen in einer Stunde zum Konzert vor dem Saal.

Das in der Zwischenzeit vom Chef des Lunchpaketteams aufgebaute Buffet bestehend aus Nudelsalat und sehr leckeren gefüllten Gebäck Teilchen, wird innerhalb kürzester Zeit vernichtet.

Jetzt beginnt es, das zweite Konzert unserer Tournee.

Bleibt für heute nur noch der Tagesabschluss, den verschieben wir aber lieber aufgrund der späten Uhrzeit auf morgen früh – „Morgenkreis“.

Ab ins Bett.

Kiel

Oder: Warum wir lieber in der Kirche singen, als im Aquarium zu schwimmen.

Nach zwei Tagen des Stillstands durften unsere beräderten Gefährte(n) nun auch ihren Stellplatz verlassen. Denn mit luftlinearer Entfernung von 43,2 km zu unserem Schlafplatz sangen wir das Eröffnungskonzert unserer Tournee . Dort angekommen schnupperten wir – natürlich rein aus Stimmpflegegründen – zunächst ein bisschen salzige Meeresluft. Wir wanderten an der Kieler Förde vorbei an Wassergefährten unterschiedlichster Bau- und Benennungsgeschmäcker: Gudrun die Dritte und Baldur der Elfte waren unsere Favoriten.

Am Ende des Hafenbereichs erwartete uns das Geomar-Schauaquarium des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung. Wie es in der Forschung und Tierschau so üblich ist, waren die Lebensräume der dortigen Wasserlebewesen sehr naturnah eingerichtet: Plastikpflanzen, wenig Platz und glotzende Menschen. Und wie es sich für unsere Tierart gehört, glotzten wir mit zahnspangengrinsendem Übermut auf Seesterne und Halfterfische in viel zu kleinen Becken. Dennoch freuten wir uns beim Mittag darüber, dass wir uns kein Fischbrötchen im Aquarium zusammenfischern mussten. Denn wir hatten morgens für Brezeln in unserem Lunchpaket gesorgt.

Nach Fischen und Brezeln verließen wir das Ufer und liefen zu unserem nachmittäglichen Konzertort: die Kirche St. Nicolai in der Kieler Altstadt. Letztere durften wir in kleinen Gruppen selber entdecken. Viel zu sehen gab es dort hoffentlich nicht, denn unsere Aufmerksamkeit fror auf kalten Mangostücken aus dem lokalen Supermarkt fest.

Mit dieser guten Stärkung waren wir bereit für eine lange Stellprobe und ein kurzes Konzert. Dieses war Teil einer Konzertreihe aus 30-minütigen Kulturgenüssen. Das Publikum – die Tierart Mensch beobachtet auch gerne eigene Artgenossen – schien hocherfreut und wir selber waren zufrieden mit einem gelungenen Tourneeauftakt.

Zurück in der Jugendakademie Bad Segeberg gab es warmes Essen – zum Glück kein Fischgericht – und eine kurze abendliche Probe. Je nach Alter und Müdigkeitsstand war der Abend auch noch lang genug für verschieden anstrengende Gesellschaftsaktivitäten…

Die nasse Fledermaus

Abgesehen von der natürlichen Aussicht und Lage, den vielen Brennnesseln und dem Breitwegerich, drang noch etwas anderes in unser vom Schlaf befallenes Gehirn. Mitten im Biss ins Brötchen hüpfte ein Kaninchen vor unserem Fenster herum und frühstückte vergnügt neben uns. Die Gruppe war natürlich hin und weg. Wasser wurde verschüttet und der Käse fiel vom Roggenbrot. Die Freude war groß und so ging es regelrecht hüpfend in Richtung Tagungsraum.

Von den erquickenden Klängen der einzelnen Chöre bis hin zu den klingenden Wellen des Sees, konnten unsere kleinen Menschen heute alles erleben. Der Kinderchor plantsche mit den Entlein und verteidigte sein Dorf vor den Werwölfen. Weniger dramatisch verlief der Nachmittag des Jugendchors. Am See ging er mit leichtem Sonnenbrand, Wasser im Ohr und Sand in den Badesachen einher. Weltmeisterschaften wurden ausgetragen im Volleyballspiel und Turm(See)springen. Wetten wurden geschlossen und es wurde wild darum gespielt wer die höchsten Karten auf der Hand hat. Der ungestüme Jugendchor.

Der Chor kam jedoch zu Ruh als wir uns auf die Fledermaus-Nachtwanderung begaben. Wir wurden zwar um Stille gebeten, aber wer kann schon Ruhe halten, wenn unzählige Fledermäuse über einem Fliegen. Bleibt nur die ständige Angst, dass die nächste Fledermaus im Haar hängen bleiben und mit einem davon fliegen könnte. Die Nacht war lang, spannend, aber lang. Die Kinder schlafen, die Großen hoffentlich auch, die Betreuenden tun Nachts ihre letzten Handgriffe und nur das kleine Kaninchen hüpft noch unter den Sternen herum.

Wer singt jetzt eigentlich was?

Dem Spiel und Spaß nach der langen Busfahrt gen Norden folgt am ersten vollständigen Tag der Tournee  viel Arbeit. Der Tourneechor möchte erst einmal stimmlich vereint werden. Er besteht nämlich aus Singenden der Chorakademie Erfurt, der schola cantorum weimar und Ehemaligen beider Chöre, die sogar teilweise von ihren Reisen in der Welt zurückgekehrt sind um bei der Tournee betreuen und mitsingen zu können. Das bedeutet also Proben über Proben, um die Gäste anzulernen und die verschiedenen Gruppenteile gut auf die kommenden Konzerte vorzubereiten.

Am Nachmittag geht es dann aber zur Abwechslung noch einmal raus in den Sommer. „Folgt Herrn Philippi“ heißt es zum traditionellen Rundgang durch den Ort der Tournee-Basis.  Begleitet von Trivia zum Ort, präsentiert von unserem besten Freizeitgestalter, erkunden wir also Bad Segeberg.

Auf dem Rückweg noch ein schnelles Gruppenfoto, ach nee, fremde Person im Bild, also kurz warten und nochmal: lächeln, Hände über kreuz, Hände zur Seite und auf, keine Gesichter verdecken und ‚Klick‘

Nach dem Abendessen dann noch einmal Singen für den Jugendchor und Choreografie vertiefen für die Kinder. Anschließend findet dieser erste Tag vor Ort auch schon wieder sein Ende.

Jetzt geht es wieder los

Einsatzttagebuch der Anreise

8:45 Domplatz Erfurt – Die ersten Menschen mit grünen und gelben Kleidersäcken sammeln sich.

9:20 immer noch Domplatz Erfurt – Der Bus aus Weimer, der bereits mit ersten singenden beladen ist, nähert sich unerwartet pünktlich.

9:30 Domplatz Erfurt, ja immer noch – Der nun voll gepackte und besetzte Bus beginnt die lange Reise in den „Echten Norden“ Deutschlands. (und mit voll ist voll gemeint, der Bus ist so voll, dass wir sogar noch einen kleinen zweiten Bus haben, in den wir Menschen und Gepäck auslagern können.)

? irgendwo kurz vor der ersten Raststätte auf der A7 – Erste rufe nach einer Pause werden laut.

?? erste Raststätte auf der A7 an der wir vorbei kommen – eigentlich wollten wir uns hier mit unserem kleinen Bus treffen, die Insassen des selbigen konnten sich allerdings nicht überwinden hier schon Pause zu machen und damit einen Augenblick auf die Klimaanlage zu verzichten.

12:30 Raststätte auf der A7 – Gestärkt und mit vertretenen Beinen wird die Fahrt fortgesetzt.

17:30 Bad Segeberg – beide Busse (also der kleine und der große) erreichen den Ort, der für die nächsten 14 Tage unsere Heimat sein wird, die Jugend Akademie in Bad Segeberg.

17:40 Bad Segeberg, Jugend Akademie ,Parkplatz – Alles aussteigen, jeder nimmt einen Koffer und einen Kleidersack, Treffen im Foyer, dort bekommt ihr eure Zimmer und die Schlüssel dafür.

17:50 Bad Segeberg, Jugend Akademie, Foyer – Wo ist mein Zimmer eigentlich? Wie geht es weiter? Wo ist mein Koffer und wann gibt es Abendessen?

18:00 Bad Segeberg ,Jugend Akademie, Speisesaal – Abendessen

19:30 Bad Segeberg, Jugend Akademie, großer Seminarraum – Frau Fischer teilt den Chor in 3 Gruppe auf, aber warum?

19:45 Bad Segeberg, Jugend Akademie, Garten – Irgendwer hat im Garten eine riesige Landkarte mit Absperrband auf dem Boden markiert, das sieht fast aus wie die Karte von Risiko. Die in Gruppen eingeteilten Chorsingenden werden entsprechend ihrer Gruppierungen auf der Landkarte verteilt. Aufgabe ist es durch geschickt gewählte Wettkämpfe die Regionen der anderen Teams zu übernehmen. Siehe Anhang

Wettkämpfe:

  • Wer am meisten Hauptstädte aufzählen kann
  • Tauziehen
  • Wettrennen
  • Wer die meisten Schauspieler aufzählen kann
  • Planken
  • Liegestützen
  • Armdrücken
  • Wer die meisten Bundesstaaten der USA aufzählen kann
  • Wer am meisten Geräusche mit seinem Körper erzeugen kann ohne die Stimme zu benutzten
  • uvm.

20:45 Da es kein Team geschafft hat die gesamte Karte zu übernehmen und es auch kein Team geschafft hat alle Schlüsselländer einzunehmen, gewinnt das Team mit den meisten besetzten Ländern.

Spoiler hier steht der Sieger

Sieg für Team Blau

21:00 Bad Segeberg, Jugend Akademie, großer Seminarraum – Tagesabschluss

Der Gemeinschaftsblog der Chorakademie Erfurt und der schola cantorum weimar.