Archiv der Kategorie: Tournee

Der erste Vormittag Proben und Freizeit

Der erste Sonntag der Tournee begann sehr angenehm. Nach einem reichhaltigen Frühstück begannen wir gleich mit den Proben. Zuerst gab es ein gemeinsames Einsingen, die Sänger des Kinderchor hatte anschließend Pause, in der sie am Chortagebuch bastelten und sich sportlich betätigten, während der Jugendchor eine gemeinsame Probe absolvierte. Danach wurde gewechselt. Der Kinderchor probte nun und der Jungendchor hatte eine kleine Pause, bevor es in Stimmgruppenproben, welche sich bis zum Mittagessen hinzogen, ging.

Ankunft am Ziel auf der rechten Seite

Pünktlich am Bus, Bus pünktlich, Datenschutzerklärungen gecheckt, hektisches Chorkleidungseinladen, Gepäckverladungen, Sitzplatzsuche – und schon geht sie los: Die erste Tournee der Chorakademie Erfurt.

Zur geplanten Zeit rollte der Bus, verfuhr sich dann allerdings bereits in Erfurt, sodass die obligatorische Verspätung – vergrößert durch zäh fließenden Verkehr – trotzdem sichergestellt wurde. Dann: Ankunft an Unterkunft „Regina Pacis“ in Leutkirch, hektisches Chorkleidungsausladen, Gepäckentladungen, Zimmer- und Schlüsselsuche, spontan panisches Umplanen sämtlicher Zimmerkonstellationen und dann – endlich! – Zimmerbezug in altbekannter Manier. Das traditionelle Kennlernspiel brachte diesmal gänzlich neue Identitäten hervor, bestach einmal mehr durch ausgefuchste Raffinesse und sorgte für Freudenschreie und Jubelrufe einerseit, Wutanfälle und Resignation andererseits. Gestärkt durch gewohnt reichhaltiges Abendessen verlief auch die erste Probe ohne weitere Zwischenfälle, entspannt; ruhig und (hoffentlich) ausgeschlafen können wir den morgigen Tag erwarten.

Trotz des Schlafdefizites

Ein letztes Mal fuhren wir mit den Gastfamilien durch Blois-City zum Bus der mit französischer Pünktlichkeit, also etwa eine halbe Stunde später, die Bushaltestelle an der Bibliothek verließ. Vorher gab es natürlich das typische Abschiedsszenario, eigentlich wollte ja keiner weg. Doch mit „May the road“ mussten wir dann endgültig in den Bus steigen, uns anschnallen und Blois verlassen. Grabesstille im Bus, zumindest bis ein gellendes Lachen seitens Gesine die Ruhe zerstörte und die Schlafenden aufschrecken ließ. Nachdem nun eh schon alle wach waren konnten die Spielrunden beginnen, herausgefunden werden, dass Weihrauch high machen kann und die Zucht neuer Chorsänger beschlossen werden. Für Unterhaltung war also gesorgt, denn der Gesprächsfluss wurde durch merkwürdige Halbsätze angeregt!
Alle zwei Stunden hieß es: Alle Mann von Board, Mobby Dick braucht eine Pause! Die Chorsänger trieb es sogleich zur Toilette und davor bildeten sich lange Schlangen.
Zurück im Bus wurden immer mal wieder die Sitzplätze getauscht, um unsere liebe Chorleiterin zu verwirren. Was sich über die weitere Fahrt zu einer Art Running-Gag entwickelte. Nach einem Stopp bei der weltmarktbeherrschenden Fastfoodkette, bei der sich einige Chorsänger eindeckten und erfuhren, dass Pommes vegan sind, waren wir auf der Zielgerade und erreichten nach weiteren 2 Stunden Fahrt Erfurt, wo Mobby Dick die verschlungenen Chorakademie-Sänger auswarf und ein wenig später auch in Weimar hielt. Beide Male konnte man sich kaum aus den Umarmungen lösen und der Abschied fiel wie immer schwer, wie gern wäre man trotz Schlafdefizites noch ein bisschen länger geblieben…

Mit freundlicher Unterstützung eines Dokuteambewerbers

Ein Tag in Blois

Am Nachmittag stand wieder einmal eine Schlossbesichtigung an, diesmal jedoch auf dem Hausberg(hügel) von Blois. Die Schlossherren waren hier die Gleichen, wie von Chambord aber das Anwesen ist deutlich kleiner. Überall findet man kleine Stachelschweine, die die Macht symbolisieren sollen. Die Führung ging diesmal über Audioguides, die die Chorsänger mehr oder weniger intensiv nutzten. Ein Tag in Blois weiterlesen

Weihrauchnebel

Katholischer geht es wohl nicht, aber wir wurden ja gewarnt. Beim Hochamt mit den Choristes, also uns, wurden wir natürlich kräftig mit Weihrauch eingenebelt und durften ein paar Stücke aus unserem Programm darbieten. Nicht nur die Zeremonie an sich, auch die Deutschkenntnisse des Bischofs waren eindrucksvoll. Er hielt uns nämlich nicht nur die Predigt ein Zweites Mal auf Deutsch, sondern erzählte uns im Anschluss des Gottesdienstes auch noch viel  zur Kirchengeschichte. Da dies unser letztes Konzert war und wir alle nocheinmal die schicken Chorköeidungen anhatten nutzeen wir die schöne Kulisse und machten noch ein paar Fotos bevor wir in den Gastfamilien zu Mittag speisten.

Neue Bekannte

Nach den intensiven Proben in Dörnfeld, bei denen nur abends Zeit für soziale Aktivitäten blieb und einer anstrengenden, ewig langen Busfahrt konnten wir heute einmal halbwegs ausschlafen, denn der in der Zeitung angekündigte Flashmob auf dem Markt fand erst kurz vor Mittag statt. Mit „Love maybe“ zogen wir, natürlich nach vorheriger Absprache, von vier Seiten, an den Ständen voller Obst, Gemüse, Käse und anderen Köstlichkeiten vorbei und trafen uns in der Mitte um weiter Stücke zu singen.

Die Gasteltern standen begeistert drumherum und verteilten noch schnell ein paar Flyer für das abendliche Konzert an Unbeteiligte. Es half tatsächlich, der Saal war voll, es mussten sogar Leute auf den Treppen sitzen.

Doch einen Schritt zurück, denn es gab ja auch noch eine Mittagspause, die sehr unterschiedlich verbracht wurde: Einige trieb es auf eigene Faust durch die Stadt, andere verbrachten die Zeit in ihren Gastfamilien, oder schliefen.

Egal wie alle trafen sich am späten Nachmittag außerhalb der Stadt in einer Art Kulturzentrum, wo die Chorbegegnung stattfinden sollte. Wir sangen nicht nur gemeinsam, sondern es wurde nach dem Konzert auch fleißig gegessen, getanzt und die Chorfreundschaft gepflegt.