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Zu besuch bei Eulenspiegel in Mölln

Geweckt, gefrühstückt und und mit Noten bestückt, wird am frühen morgen die Gelegenheit genutzt, in einer Probe Aufstellungen zu üben und Details aus dem ersten Konzert zu koordinieren.

Also nun geweckt, gefrühstückt und geprobt geht es los mit den Bussen nach Mölln. Zum einen um dort die Stadt und das darin enthaltene Eulenspiegel Museum zu besichtigen, zum anderen um in dem nahegelegenen Augustinum unser zweites Tourneekonzert zu bestreiten.

Die Besonderheit dieses Augustinus (wir haben in den letzten Jahren auf Tournee schon in dem einen oder anderen Augustinum gesungen) ist, dass es auf einem Berg gelegen hunderte Meter entfernt von dem dazugehörigen Parkplatz liegt. Da allerdings auch bewegungseingeschränkte Menschen in der Lage seien sollen sich der Einrichtung zu nähern, bietet diese die Möglichkeit mit einem sich diagonal bewegenden Aufzug hinauf zu fahren.

Geweckt, gefrühstückt, geprobt , busgefahren, stadtbesichtigt, mit Lunchpaket versorgt, über Till Eulenspiegel informiert und spaziert, geht es gleich weiter mit der Stellprobe.

Alle auf die Bühne, aber erstmal nur der Kinderchor. Und jetzt mit dem Mädchenchor. Kommt mal bitte alle weiter vor. Rechts mehr zusammen rutschen und bitte selbständig Lücken ausgleichen. Wenn ihr den Mond singt, beginnt ihr bitte von der Bühne abzugehen und verlasst dann den Saal. Geht bitte etwas essen und dann treffen wir uns umgezogen in einer Stunde zum Konzert vor dem Saal.

Das in der Zwischenzeit vom Chef des Lunchpaketteams aufgebaute Buffet bestehend aus Nudelsalat und sehr leckeren gefüllten Gebäck Teilchen, wird innerhalb kürzester Zeit vernichtet.

Jetzt beginnt es, das zweite Konzert unserer Tournee.

Bleibt für heute nur noch der Tagesabschluss, den verschieben wir aber lieber aufgrund der späten Uhrzeit auf morgen früh – „Morgenkreis“.

Ab ins Bett.

Kiel

Oder: Warum wir lieber in der Kirche singen, als im Aquarium zu schwimmen.

Nach zwei Tagen des Stillstands durften unsere beräderten Gefährte(n) nun auch ihren Stellplatz verlassen. Denn mit luftlinearer Entfernung von 43,2 km zu unserem Schlafplatz sangen wir das Eröffnungskonzert unserer Tournee . Dort angekommen schnupperten wir – natürlich rein aus Stimmpflegegründen – zunächst ein bisschen salzige Meeresluft. Wir wanderten an der Kieler Förde vorbei an Wassergefährten unterschiedlichster Bau- und Benennungsgeschmäcker: Gudrun die Dritte und Baldur der Elfte waren unsere Favoriten.

Am Ende des Hafenbereichs erwartete uns das Geomar-Schauaquarium des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung. Wie es in der Forschung und Tierschau so üblich ist, waren die Lebensräume der dortigen Wasserlebewesen sehr naturnah eingerichtet: Plastikpflanzen, wenig Platz und glotzende Menschen. Und wie es sich für unsere Tierart gehört, glotzten wir mit zahnspangengrinsendem Übermut auf Seesterne und Halfterfische in viel zu kleinen Becken. Dennoch freuten wir uns beim Mittag darüber, dass wir uns kein Fischbrötchen im Aquarium zusammenfischern mussten. Denn wir hatten morgens für Brezeln in unserem Lunchpaket gesorgt.

Nach Fischen und Brezeln verließen wir das Ufer und liefen zu unserem nachmittäglichen Konzertort: die Kirche St. Nicolai in der Kieler Altstadt. Letztere durften wir in kleinen Gruppen selber entdecken. Viel zu sehen gab es dort hoffentlich nicht, denn unsere Aufmerksamkeit fror auf kalten Mangostücken aus dem lokalen Supermarkt fest.

Mit dieser guten Stärkung waren wir bereit für eine lange Stellprobe und ein kurzes Konzert. Dieses war Teil einer Konzertreihe aus 30-minütigen Kulturgenüssen. Das Publikum – die Tierart Mensch beobachtet auch gerne eigene Artgenossen – schien hocherfreut und wir selber waren zufrieden mit einem gelungenen Tourneeauftakt.

Zurück in der Jugendakademie Bad Segeberg gab es warmes Essen – zum Glück kein Fischgericht – und eine kurze abendliche Probe. Je nach Alter und Müdigkeitsstand war der Abend auch noch lang genug für verschieden anstrengende Gesellschaftsaktivitäten…

Die nasse Fledermaus

Abgesehen von der natürlichen Aussicht und Lage, den vielen Brennnesseln und dem Breitwegerich, drang noch etwas anderes in unser vom Schlaf befallenes Gehirn. Mitten im Biss ins Brötchen hüpfte ein Kaninchen vor unserem Fenster herum und frühstückte vergnügt neben uns. Die Gruppe war natürlich hin und weg. Wasser wurde verschüttet und der Käse fiel vom Roggenbrot. Die Freude war groß und so ging es regelrecht hüpfend in Richtung Tagungsraum.

Von den erquickenden Klängen der einzelnen Chöre bis hin zu den klingenden Wellen des Sees, konnten unsere kleinen Menschen heute alles erleben. Der Kinderchor plantsche mit den Entlein und verteidigte sein Dorf vor den Werwölfen. Weniger dramatisch verlief der Nachmittag des Jugendchors. Am See ging er mit leichtem Sonnenbrand, Wasser im Ohr und Sand in den Badesachen einher. Weltmeisterschaften wurden ausgetragen im Volleyballspiel und Turm(See)springen. Wetten wurden geschlossen und es wurde wild darum gespielt wer die höchsten Karten auf der Hand hat. Der ungestüme Jugendchor.

Der Chor kam jedoch zu Ruh als wir uns auf die Fledermaus-Nachtwanderung begaben. Wir wurden zwar um Stille gebeten, aber wer kann schon Ruhe halten, wenn unzählige Fledermäuse über einem Fliegen. Bleibt nur die ständige Angst, dass die nächste Fledermaus im Haar hängen bleiben und mit einem davon fliegen könnte. Die Nacht war lang, spannend, aber lang. Die Kinder schlafen, die Großen hoffentlich auch, die Betreuenden tun Nachts ihre letzten Handgriffe und nur das kleine Kaninchen hüpft noch unter den Sternen herum.

Wer singt jetzt eigentlich was?

Dem Spiel und Spaß nach der langen Busfahrt gen Norden folgt am ersten vollständigen Tag der Tournee  viel Arbeit. Der Tourneechor möchte erst einmal stimmlich vereint werden. Er besteht nämlich aus Singenden der Chorakademie Erfurt, der schola cantorum weimar und Ehemaligen beider Chöre, die sogar teilweise von ihren Reisen in der Welt zurückgekehrt sind um bei der Tournee betreuen und mitsingen zu können. Das bedeutet also Proben über Proben, um die Gäste anzulernen und die verschiedenen Gruppenteile gut auf die kommenden Konzerte vorzubereiten.

Am Nachmittag geht es dann aber zur Abwechslung noch einmal raus in den Sommer. „Folgt Herrn Philippi“ heißt es zum traditionellen Rundgang durch den Ort der Tournee-Basis.  Begleitet von Trivia zum Ort, präsentiert von unserem besten Freizeitgestalter, erkunden wir also Bad Segeberg.

Auf dem Rückweg noch ein schnelles Gruppenfoto, ach nee, fremde Person im Bild, also kurz warten und nochmal: lächeln, Hände über kreuz, Hände zur Seite und auf, keine Gesichter verdecken und ‚Klick‘

Nach dem Abendessen dann noch einmal Singen für den Jugendchor und Choreografie vertiefen für die Kinder. Anschließend findet dieser erste Tag vor Ort auch schon wieder sein Ende.

Jetzt geht es wieder los

Einsatzttagebuch der Anreise

8:45 Domplatz Erfurt – Die ersten Menschen mit grünen und gelben Kleidersäcken sammeln sich.

9:20 immer noch Domplatz Erfurt – Der Bus aus Weimer, der bereits mit ersten singenden beladen ist, nähert sich unerwartet pünktlich.

9:30 Domplatz Erfurt, ja immer noch – Der nun voll gepackte und besetzte Bus beginnt die lange Reise in den „Echten Norden“ Deutschlands. (und mit voll ist voll gemeint, der Bus ist so voll, dass wir sogar noch einen kleinen zweiten Bus haben, in den wir Menschen und Gepäck auslagern können.)

? irgendwo kurz vor der ersten Raststätte auf der A7 – Erste rufe nach einer Pause werden laut.

?? erste Raststätte auf der A7 an der wir vorbei kommen – eigentlich wollten wir uns hier mit unserem kleinen Bus treffen, die Insassen des selbigen konnten sich allerdings nicht überwinden hier schon Pause zu machen und damit einen Augenblick auf die Klimaanlage zu verzichten.

12:30 Raststätte auf der A7 – Gestärkt und mit vertretenen Beinen wird die Fahrt fortgesetzt.

17:30 Bad Segeberg – beide Busse (also der kleine und der große) erreichen den Ort, der für die nächsten 14 Tage unsere Heimat sein wird, die Jugend Akademie in Bad Segeberg.

17:40 Bad Segeberg, Jugend Akademie ,Parkplatz – Alles aussteigen, jeder nimmt einen Koffer und einen Kleidersack, Treffen im Foyer, dort bekommt ihr eure Zimmer und die Schlüssel dafür.

17:50 Bad Segeberg, Jugend Akademie, Foyer – Wo ist mein Zimmer eigentlich? Wie geht es weiter? Wo ist mein Koffer und wann gibt es Abendessen?

18:00 Bad Segeberg ,Jugend Akademie, Speisesaal – Abendessen

19:30 Bad Segeberg, Jugend Akademie, großer Seminarraum – Frau Fischer teilt den Chor in 3 Gruppe auf, aber warum?

19:45 Bad Segeberg, Jugend Akademie, Garten – Irgendwer hat im Garten eine riesige Landkarte mit Absperrband auf dem Boden markiert, das sieht fast aus wie die Karte von Risiko. Die in Gruppen eingeteilten Chorsingenden werden entsprechend ihrer Gruppierungen auf der Landkarte verteilt. Aufgabe ist es durch geschickt gewählte Wettkämpfe die Regionen der anderen Teams zu übernehmen. Siehe Anhang

Wettkämpfe:

  • Wer am meisten Hauptstädte aufzählen kann
  • Tauziehen
  • Wettrennen
  • Wer die meisten Schauspieler aufzählen kann
  • Planken
  • Liegestützen
  • Armdrücken
  • Wer die meisten Bundesstaaten der USA aufzählen kann
  • Wer am meisten Geräusche mit seinem Körper erzeugen kann ohne die Stimme zu benutzten
  • uvm.

20:45 Da es kein Team geschafft hat die gesamte Karte zu übernehmen und es auch kein Team geschafft hat alle Schlüsselländer einzunehmen, gewinnt das Team mit den meisten besetzten Ländern.

Spoiler hier steht der Sieger

Sieg für Team Blau

21:00 Bad Segeberg, Jugend Akademie, großer Seminarraum – Tagesabschluss