Archiv der Kategorie: schola cantorum

Kaf(f)kaesk: Otzing

Otzing, gelegen im  Gäubodens des Isartals, ist ein verschlafenes, jedoch herausgeputztes Städtchen mit circa 2.000 Einwohnern. Wenn man aus dem Fenster unserer hiesigen Wohnstätte blickt, kann man das wohl größte Bauwerk der Stadt sehen: Die Pfarrkirche St. Laurentius. Besonders abends sind auch deren Kirchturmglocken nicht zu überhören. Ansonsten sind Sehenswürdigkeiten in der Stadt eher rar gesäht, sieht man einmal von dem „Tante-Emma-Lädchen“ (Edeka) ab, der bei unserem ersten Stadtgang erfolgreich geplündert wurde.

Zierliche Vorgärten, perfekt gestutzte Hecken, akkurat gemähte Rasenmatten sowie üppige Einfamilienhäuser prägen das Erscheinungsbild der Stadt ebenso wie der BMW vor dem Haus. Die Welt kann man hier nicht entdecken- muss man ja aber auch nicht.

Im külen Juli Das erste Tourneekonzert

Mitten durch einen sintflutartigen Regen führte unser Weg ins Augustinum München-Nord.  Nach einer intensiven Stellprobe und etwas Chortetris nahmen wir in kurzer Zeit Brötchen mit Fleisch oder wahlweise auch ohne nahrhaftes Belagmaterial auf und bereiteten uns auf das Konzert vor.

Drei Chorkleidungen wurden bis kurz vor Konzertbeginn noch gesucht. Glücklicherweise konnte unser motiviertes Konzertpublikum zurückgehalten werden, bis der letzte Sänger hinter der Bühne hervortrat.

Unser erstes Tourneekonzert wurde von den Hörenden dankend angenommen, es wurde viel Begeisterung geäußert, das Wort „schööön“ schien sich allseitig im Raum auszubreiten.

Wir werden im Verlauf der Tournee weiterhin die Freude für Spontanität in Abläufen beibehalten und als vitaler, grandios sofort-leistungsbringender Chor auftreten.

Selten hatten wir wohl einen derart intensiven zweiten Tourneetag. Bei Tee und Abendlektüre schliefen auch energiegeladene Sopranistinnen bald ein.

Anmerkung: Der Titel des Beitrags ist das sommerliche Pendant zum Titel des Werkes „Im külen Mäyen“ von Hans Leo Hassler aus dem aktuellen Programm.

Jodelmusik mochte ich schon immer Pariser Leben die Dritte

Auch diese Spielzeit steht die Operette Pariser Leben auf dem Spielplan des Theaters Erfurt. Das verschafft knapp 30 Sängerinnen und Sängern des Erfurter und Weimarer Jugendchores wieder die Chance, als ein bisschen zu fein herausgeputzte deutsche Handwerker verkleidet dabei zu sein bei den Verwechslungen, Verirrungen, Katastrophen und Jodeleinlagen, die das Leben und Lieben im Paris des späten 19. Jahrhunderts so mit sich bringt. Dazu dürfen wir das Geschehende (nach einer basisdemokratischen Abstimmung vegetarischen) Kartoffelsalat essend kommentieren, selbst ein wenig fantasieren und nicht zuletzt das Tanzbein schwingen.

Eine Handvoll musikalischer und szenischer Proben im Februar und März forderten sowohl das Körpergedächtnis jedes und jeder einzelnen als auch unser Kollektivgedächtnis maximal heraus, denn es galt,  uns an die in der Premierenspielzeit hart erarbeiteten Choreografien, Abläufe und musikalischen Feinheiten zu erinnern und diese an die nicht wenigen Neulinge weiterzugeben. In den drei Tagen vor der Wiederaufnahme wurde dann ganztägig und mit Solisten probiert.

Der Morgen der Wiederaufnahmepremiere begann für die meisten von uns in Weimar mit Rhythmusklatschen und Bruststimme beim zweiten Voces 8 – Workshoptag. Nach einem gemeinsamen Mittagessen noch in Weimar war der Nachmittag dem individuellen Energietanken und den Besorgungen für die spontan geplante Wiederaufnahmepremierenfeier verschrieben, bevor so langsam alle im Theater eintrafen zum Premierenkarten Ausgeben, Umziehen, Einsingen, Maske und weiter Einsingen. Um Punkt 19:30 Uhr ging dann die insgesamt elfte Pariser Leben Vorstellung los, die auch dank des großartigen, dankbaren Publikums eine der besten bisher werden sollte.
Nach viel Applaus und dem obligatorischen Gruppenfoto endete der Abend gemütlich und gut gelaunt mit Buffett und Uno im Chorsaal.

DiDiDiDiDiDiDing DiDingDing Hej Ein Wochenende mit Voces8

Schon lange probten wir immer wieder die gleichen Melodien, bis auch wirklich jeder noch so kleine Ton saß,  immer untermalt von Frau Fischers Begeisterung für dieses doch recht ungewöhnliche Projekt. Es trafen sich nämlich am Ende der Osterferien für drei Tage eine 160 Singende zählende Delegation aus Chorakademie und schola  mit dem Vokalensemble Voces8 in der Notenbank, um für ein gemeinsames Konzert im Rahmen der Thüringer Bachwochen zu proben. In die einfachen Melodien wurden nun unter Improvisationsanleitungen der einzelnen Sänger komplizierte Rhythmen und Melodiestücke eingebaut. Aber nicht nur an den Stücken die wir extra für dieses Projekt eingeübt hatten arbeiteten wir intensiv, sondern auch für unsere eigenen Stücke gab es Tipps. So lernten wir auf spielerische Art noch einmal ganz anders Spannung aufzubauen und aufzulösen. Auch bei Sing, Sing, Sing konnten wir so noch einiges verbessern. Damit auch die Jüngeren unter uns alles verstanden, was die Mitglieder von Voces8 von uns wollten, gab es wechselnde Übersetzer aus unseren Reihen, die aber nie genau das sagten, was sie sollten, sondern es in unsere Chorsprache übersetzen. Manche Sätze konnten so in ein Wort zusammengefasst werden. Voces8 war auf jeden Fall sehr beeindruckt von unserem Können und so hatten wir am Sonntag ein fulminantes Abschlusskonzert in der Thomaskirche in Erfurt. Wir schafften es sogar einige Zuschauer zum Mitsingen zu bringen.

Unvergessliche Chormomente Die Frühlingschorlager in Dörnfeld

In den letzten Monaten waren viele Teilchöre der schola und der Chorakademie auf Chorlagern in Dörnfeld.

So klangen und sangen Nachwuchs-, Kinder- und Jugendchöre zur Freude Frau Fröhlichs im Freizeitheim. Manche Betreuende zogen dafür sogar nach Dörnfeld und lebten für einige Monate dort in einem zweiten Wohnort. Einige liefen sogar durch Flüsse und über Felder, um an jedem Chorlager teilhaben zu können, auch wenn  man nicht immer Zeit hat.

Exemplarisch sei das Chorlager-Feeling am neu gegründeten Kinderchor 1 der Chorakademie Erfurt erklärt:

Neben den gemeinsamen Proben erlebten wir gemeinsam eine wunderbare Zeit im Ilmtal.

Das traditionelle gemeinsame Basteln als fördernder Beitrag zur Chorkultur fand überwiegend positiven Anklang:

Während die einen bastelten,

interessierten sich andere auch für meteorologische Phänomene, die der Inspiration der jungen Künstlergeneration dienlich sind:

Ein Höhepunkt schlechthin ist in allen Teilchören altersunabhängig das gemeinsame Tanzen. Besonders der berühmte bayrische Volkstanz „Hòcki Spitzèi“ und der Let Kiss haben sich zu den Lieblingstänzen des Kinderchores 1 entwickelt.

Am Sonntag kamen dann die Eltern dazu und durften sich das Können ihrer Kinder in einem Werkstattkonzert anhören. Danach haben wir gemeinsam Kuchen gegessen, haben ein letztes Mal gewippt und sind ein letztes Mal Seilbahn gefahren. Nicht wenige Kinder – und ich darf es anmerken: auch Helfer und Betreuer – wären gerne viel länger unterwegs gewesen. Doch es wird bestimmt bald wieder heißen: „Auf nach Dörnfeld!“

Gegen Frühjahrsschmutz hilft Frühjahrsputz

Am ersten Tag der Osterferien waren die Familien der schola Nachwuchschöre eingeladen, den Vormittag in netter Gesellschaft bei Kaffee und Tee und und der Aussicht auf Pizza zum Mittag in der Notenbank zu verbringen und diese dabei zu putzen und frühlingsfertig zu machen. In drei Stunden Akkordarbeit erledigten die Familien, die zum Helfen gekommen waren die langen Aufgabenlisten, mit beachtlichem Ergebnis:
Archiv und Lager sind neu sortiert, alles was gesaugt werden kann ist gesaugt, die Fenster sind wieder als solche zu erkennen, alle Bilderrahmen hängen, neue Schränke sind aufgebaut und nebenbei entstanden noch einige Requisiten für das nächste Konzert.

Tag der offenen Tür bei der schola Der Auftakt zu 15 Jahren schola cantorum weimar

Wo ist es möglich, eine Befreiung von allen (!) Chorlagerdiensten zu bekommen?

Das scheinbare unmögliche wurde möglich beim Tag der offenen Tür, den die schola am vergangenen Samstag in der Notenbank gefeiert hat.

Die Besucher hörten zu jeder vollen Stunde einen Teilchor. Damit konnten sich die Eltern unseres potentiellen Nachwuchses mit unseren Idealen und Gebräuchen auseinandersetzen und für einen Tag in unser Leben als Weimarer Musiksekte eintauchen.

Eine sehr lebhafte und hintergründige Rede hielt dgV-in-Residence Hans-Christian Steinhöfel, der mit seinem Zitat „Die Frau Fischer hat genau die richtige Mischung aus Strenge und Güte“ (Maximilian Steinhöfel) auf der Titelseite der Weimarer Allgemeinen Zeitung landete.

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Besonders begehrt war – vor allem bei Bässen des Jugendkammerchores – die große Tombola, wo man neben sämtlichen schola-Fanartikeln u.a. Chorlager-Überlebenspakete, UNO-Spiele, das obligatorischen Kuscheltier und eben auch die Dienstbefreiung auf Chorlagern gewinnen konnte.

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Während der Kurzkonzerte trugen die Sänger erstmalig die neuen Chor-T-Shirts, deren Wirkung in der Gruppe – vor allem wegen der Farbe – sehr gelungen ist.

Im Saal lud ein großer Zeitstrahl dazu ein, die Chorchronik nachzuverfolgen und detailliert zu analysieren. Die demografische Entwicklung der Teilchöre war ebenso dokumentiert, wie deren zahlreiche Konzerte, Erfolge und Projekte.

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Nach dem Tag der offenen Tür, der von Sängern des Jugendchores mitorganisiert und durchgeführt wurde, wurde noch bis in die Nacht gefeiert und getanzt, wodurch ein gelungener Auftakt in unser Jubiläumsjahr beschlossen wurde.

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