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Vom Präsens ins Präteritum

Ein High-Concept-Text für alle, denen das bisher zu kurz kam

Es war der Morgen nach dem letzten Abend.

Wir sind wiedergeborene Kuckucks und fliegen schon früh durch das Haus. Doch der Nachteil an so einem Morgen nach dem letzten Abend ist, dass er der letzte Morgen ist. So gibt es keine neuen Noten für den nächsten Morgen, keine Kurzprobe mit spontaner Sopran-Alt-Einteilung, die am nächsten Tag noch schnell geändert werden wird. Denn es gibt keinen nächsten Tag.
Wir sind hier Kuckucks in einem fremden Nest.
Und so flattern wir in unsere Zimmer, überfüllen dort unsere Koffer und beim Frühstück unsere Mägen (brotupisch gut). Und der arme Bus muss all diese Überfüllungen futtern.

Der Autor steigt in den Bus. Irgendwo sitzt er, starrt autorenkonform aus dem Fenster. Regentropfen fließen vor der fontanischen Landschaft durch sein Blickfeld.
Er beschließt, die Zeitform zu ändern. Meint, all das sei doch jetzt Geschichte. Aber die Regentropfen fließen weiterhin durch sein Blickfeld. Alles ist zu präsent, zu frisch, zu gegenwärtig. Zu verlockend, doch noch ein wenig mit allen zu verweilen.

Er schließt die Augen und versucht, Kraft zu sammeln. Kraft für das letzte Konzert. Sein Kopf lehnt am Fenster, durch welches seine Gedanken weit hinaus in die Landschaft fliegen. Fliegen zurück nach Bad Segeberg.
Hell wird es auf den Lidern des Zurücksinnenden. Strahlend blickt die Sonne durch die Wolken hindurch in den Bus hinein. Durch seine geschlossenen Augen hindurch in die Seele hinein. Die Gedanken des Autors erleuchten. Erinnerungen an seelenerfülltes Singen, tiefe Gespräche, interessante Menschen. Wildes Tanzen. Glückliches Publikum. Spaß. Lachen. Ja, kindliches, albernes Lachen. Ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit.

Nach einer ruhigen Fahrt kommt der Chor in Erfurt an. Der gesamte Businhalt bewegt sich mühsam in Richtung Thomaskirche. Eine Wegstrecke, bei der sich der Autor nicht entscheiden kann, mit welchem Adjektiv er dessen Länge beschreiben will. Schaffbar, das zeigt dann die Realität. Auf dem Weg schaut er sich um, blickt die Schillerstraße hinab in Richtung Bahnhof. Ein bekanntes und befremdliches Terrain. Er hält inne. Dann schweift sein Blick zurück zum Chor, der letzttagesaufgeregt-busfahrmüde zum Einsingen geht.

Um die geölten Stimmen weiter zu fetten gibt es für alle Pizza, die der Chor im Pfarrgarten der Thomasgemeinde gemeinschaftlich verspeist. Nicht gefettet werden soll jedoch die Chorkleidung, die nach dem Essen schnell angezogen wird. Wenig später hat der Chor eine meisterhaft schnelle Stellprobe absolviert, so wie an jedem Konzerttag der Tournee. Schelmisch lächelnd denkt der Autor über diesen Satz nach.

Zweck der bereits bekleideten Stellprobe war das darauf folgende Blockieren sämtlicher Rasen- und angrenzenden Schotterflächen im Thomaspark. Radfahrende wurden kreativ. Der Chor versucht, sich deren Manöver als Anlass für ein freundliches Kameralächeln zu nehmen. Nach dem Fotoshooting bleibt noch ein wenig Zeit, sich alle Noten zu pflücken und in die Kirche zu begeben.

Und schon erklingt das erste Lied unseres letzten Konzerts. Wir suchen in jedem Lied die Gefühle, die wir auf dieser Tournee beim Singen erleben konnten. Die Freude, stimmlich mal so richtig auszurasten. Alles geben. Unsere Emotionen strömen in die Kirche und nehmen sie mit in unsere chorische Welt. Die Welt, die für zwei Wochen unser Leben war.

Das Publikum war zwar deutlich elter, als der Chor es in den letzten Wochen erlebt hatte. Dennoch oder besonders groß war die Freude über deren Kommen und überschwänglichen Applaus.

Den Mond summend verließ der Chor die Kirche. Der Autor steht im Publikum und summt leise die Altstimme mit. Keiner hörte ihn. Zu laut jubelte das Publikum, oder vielleicht ist er auch einfach nicht so präsent wie er dachte. Er sieht, wie der Chor über den Rasen zum Pfarrgarten lief. Mit Abstand läuft er ihnen hinterher. Einige Sänger umarmten sich, weinend vom trauernden Glück einer so erfolgreich abgeschlossenen Tournee. Im Saal zogen sich die Sänger hektisch und ineffizient um. Das gelungene Konzert und der nahende Abschied mischten sich immer wieder in ihre Gedanken.

Der nächste Gedanke galt dem Danke. Im Kreise vereint bejubelte die gesamte Gruppe alle die, die diese zwei Wochen getragen haben. Die, die teils schon seit Jahren Konzerte vorplanten. Die, die alles außer die Konzerte vorplanten. Die, die dirigierte und auch sonst irgendwie immer alles machen muss, da sie sich noch immer keine wechselnde Ganzkörperverkleidung für ungestörte Freizeit besorgt hat. Dem Dance Captain. Den Musikern und Möchtegern-Kabarettisten. Dem Schatzmeister. Dem MEIN-SCHATZ-Meister für einen üblichen Jugendlichen. Der Chor bedankte sich vor allen bei allen und vor allem auch bei denen, die einfach immer gemacht haben, was nötig war. Die Kümmerer und die medizinisch oder pädagogisch Bewanderten. Die Organisierenden, die Dokumentierenden, die Kleinbusfahrer…

Der Autor beobachtet den herzlichen Kreis von einem der Tische im Pfarrgarten, mit einem Stück überflüssiger, aber leider schon etwas harter Pizza in der Hand. Er begutachtet intensiv das Essen in seiner Hand, ihm ängstigt, er könne wieder ins Präsens rutschen.

Er sieht, wie sich das WIR auflöste. Beschämt beobachtet er einige sehr emotionale Verabschiedungszeremonien und nimmt sich schnell noch ein Stück Pizza. Irgendwann sitzt der Autor alleine im Pfarrgarten und schaut den vergangenen zwei Wochen zu.

So ein Präsens war schon nicht verkehrt. Erschöpft schläft er unter dem Birnenbaum ein und träumt vom Futur.

Die Mona Lisa unter den Schlössern

Graurosaleuchtender Nebel hing am Morgen über Stadt, von den 3 Brücken über die Loire sah man nur eine, aber die Altstadt erstrahlte in glänzendem Sonnenlicht. Doch je näher wir dem Schloss Chambord kamen, der Mona Lisa unter den Loire Schlössern, verzog sich der Nebel und die Sonne scheinte direkt auf das Schloss. Und das mit der Mona Lisa ist vielleicht gar nicht so weit hergeholt, denn Leonardo da Vinci soll ja wohl persönlich bei den Entwürfen Hand angelegt haben, vor allem bei den  zwei in einander verschlungenen Treppen, bei denen man sich nie trifft, aber immer wieder sieht.

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Frohe Hochzeit !

Beitrag: anonym

Nach der langen Sommerpause ist der PKJC wieder unterwegs. Das Konzert war in Volkenroda, im Nordwesten Thüringens, doch der Anlass war etwas ganz Besonderes: die Hochzeit von Vincent und Kathleen Kresse. Lange waren sie im PKJC, und sie sind es gewissermaßen immer noch, denn durch humorvolle Ansagen und beste medizinische Versorgung bleiben sie aktiv Teil unserer Chorfamilie. Wir waren zu Gast als sie sich kirchlich das Jawort im Christuspavillon gaben. Unser Konzert war so emotional wie lange nicht und die Aufregung hielt über den gesamten Tag an. Während und nach dem Gottesdienst brachten wir, wie auch der Kammerchor Michaelstein unsere besten Glückwünsche musikalisch zum Ausdruck. Heute erlebten wir Spannung bei den Auftritten, gemütliches Beisammensein, Tränen der Freude.
Kathleen, Vincent: wir wünschen euch vom Herzen alles Gute, behaltet eure warme, weltoffene Einstellung und bringt eure Umwelt weiterhin gemeinsam zum Lachen. Auf dass ihr weiterhin ein festes Element unseres Chores bleibt, mit all euren einzigartigen Eigenarten 😉
euer PKJC

(K)Ein Tag wie jeder andere

Was sind 70 aufgedrehte junge Menschen, die auf auf dem Domplatz stehen und mit ihren schönen Gesängen und den Giftgrünen Kleidersäcken so einigen Passanten auffallen? Richtig! Das ist der Philharmonische Kinder- und Jugendchor auf seiner diesjährigen Pfingsttournee. Naja… noch nicht ganz… noch warten sie auf den Bus. Aber nicht mehr lange, denn bald heißt es: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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Das Warten ist des Sängers Lust

08:30, Erfurt, Domplatz.

Unser Bus, fortan genannt Bus#1, ist auf dem Weg zu uns liegen geblieben. Wir warten auf den Ersatz aus Dresden.

08:42, Erfurt, Domplatz.

Singen, spielen, Dokuteamer fangen…

09:01, Erfurt, Domplatz.

Die letzen der Unentschlossenen spazieren zu Kaffee Hilgenfeld. Kaffee und Chai sind der Hit!

09:27, Erfurt, Domplatz.

Kathi lockt Kinder mit Äpfeln!

09:38, Erfurt, Domplatz.

Lalala…la…lala…lalalalalalalalalala

09:47, Erfurt, Domplatz.

Bus-Flüchtlinge aus Weimar stoßen zu uns. Ob wir ihnen etwas Besseres bieten können?

10:10, Erfurt, Domplatz.

Vincent droht, den Schreiber dieses Eintrages mit mittlerweile lauwarmen Kaffee zu übergießen, sollte dieser sich erdreißen, das zuvor erwähnte Geschehnis zu bloggen.

10:12, Erfurt, Domplatz.

Vincent sagt, der Schreiber dieses Eintrages wäre klasse. 🙂
Aber er durchschaut dieses schwache Mittel der einschmeichlerischen Selbstdarstellung bereits aufs Genaueste…
Selbst die Kartenrunden mit wasserfesten Uno-Karten und dem altdeutschen Skatblatt haben mittlerweile das Ramschen und Stechen aufgegeben. Es kommt der Latte Macchiato zu den beliebteren Getränken hinzu.

10:29, Erfurt, Domplatz.

Es kommen Gerüchte auf, der Ausfall von Bus#1 wäre nur inszeniert, um das Gruppengefühl zu stärken. Es hat sich eine Twistergruppe gebildet, die zur Drehscheibe lustige Yogaübungen vollführt. Moment, das sieht gerade nicht mehr so Gesund aus…
Die Im-Kreis-stehen-und-sich-gegenseitig-Fangen-Fraktion ist erstaunlich ausdauernd. Auf die Frage, wie lange wir noch warten müss dürfen, antworten wir seit längerem inetwa so: „Nur noch eine Viertel Stunde.“

11:28, Erfurt, Domplatz.

Kleines Status-Update: Der Bus#2 verspätet sich aufgrund der allseits geliebten Stauigkeit um eine zusätzliche Stunde, real zur Ansage, dass er 2 Stunden bräuchte (08:30), wären das dann also insgesamt 4 Stunden Fahrzeit von Dresden nach Erfurt. Was wird wohl aus unserem großen, gemeinsamen Traum, die Straßen und Plätze von Berlin zu beschreiten…?

12:14, Erfurt, Domplatz.

Mittagspause. Die Bänke wurden im Schatten der Domplatzgewächse zusammengeschoben. Man geht zum Bäcker, packt Muttis Brötchen aus und freut sich über die ein oder andere Bratwurst, die dann vielleicht noch mit einer Kugel Eis für das richtige Wohlbefinden sorgt. Ein neuer Bus, Bus#3, ist in der Zwischenzeit auf dem Weg. Währenddessen gilt Bus#2 weiterhin als Verschollen auf der Autobahn…

13:11, Erfurt, Domplatz. Aus dem Bus heraus!!

Es gibt keinen Bus#3. Anders gesagt, es gibt ein Taxi#1 anstatt Bus#3. Ist im Moment jedoch nicht wirklich entscheidend. Viel spannender ist es, dem Buslenker beim Kofferraumtetris zuzuschauen. Es ist zwar nicht ganz sauber gestapelt, jedoch blieb nur ein Koffer übrig, der im Innenraum exklusiv mitreisen wird.

Berlin: Wir kommen!!

Auf dem Weg…

So…
Ich begüße Alle ganz herzlich, die das Geschehen unserer Ostfrieslandtournee² via Internet verfolgen.
Jetzt ist es ist 13.59 und wir befinden uns kurz vorm Allertal – unserem nächsten Pausenort. Eine Pause haben wir schon hinter uns und laut Navi werden wir um 15.53 Asel erreichen. Die nächste Pause eingerechnet gegen 16.30.
Dort wartet auch schon Familie Philippi auf uns…
Ich mach jetzt aber erstmal Pause.
Herzliche Grüße

PKJC zu Gast beim Sömmerdaer Chorfest

Am Samstag wurden wir vom „Männergesangsverein Sömmerda“ zum Sömmerdaer Chorfest eingeladen.
Los gings um 13:30 Uhr vom üblichen PKJC Busabfahrtplatz am Domplatz.
Eine Stunde früher als geplant kamen wir dann in Sömmerda am Volkshaus an. Da blieb noch Zeit die ein oder anderen Lieder zu üben, die Stimmen zu lockern, den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen oder die Noten zu sortieren.

Noten sortieren unter freiem Himmel

Einsingen im großen Saal

Punkt 15 Uhr betraten wir das Volkshaus und sofort begann die Einsinge- , Ansinge-, und Stellprobe. Nach dieser Probe war für das leibliche Wohl des Chores natürlich gesorgt und wir stürzten uns auf das „Buffet“ – aber nur OHNE Chorkleidung – 🙂

Schnittchen!!!

Wir eröffneten das „Sömmerdaer Chorfest“ mit einem Teil unseres neuen Programms, aber auch altbekannte Tourneelieder klangen durch das Volkshaus.
Anschließend durften wir das Konzert des gemischten Chores und des Männerchores vom „Männergesangsverein“ genießen. Hier begegnete uns eine Reihe von bekannten Liedern wie der „Kleine Grüne Kaktus“ oder die „Lustige Forelle“.

Gemischter Chor - Leitung Ines Weichard

Nach vielen begeisterten Worten vom Publikum fuhren wir schließlich gegen 19:30 Uhr wieder Richtung „PKJC Heimatstadt Erfurt“.

Ein Danke geht an die Dirigentin und Chormutter Frau Weichard für die Einladung nach Sömmerda, sowie an unseren Pianisten Ekkehard Fellner für die Begleitung unserer Literatur!
Für unsere Supersopranistin Kathi war es das vorübergehend letzte PKJC Konzert. Wir wünschen ihr für ihr Studium in Leipzig alles Gute und würden uns freuen, wenn du dich mal ab und zu wieder blicken lässt! 😀

Ekkehard Fellner

Comedian Harmonist - Mein kleiner Grüner Kaktus

Photos: PKJC/Vincent Mahn & Stephan Müller