Unser Besuch in der Pinakothek der Moderne

Nach dem Ausladen des Gepäcks, machte sich eine der Gruppen auf und lief zunächst durch den Großstadtdschungel Münchens zur nächsten U-Bahnstation. Endlich kam das Fahrzeug wie eine Raupe aus seinem Tunnel gekrochen. Die Sänger stiegen ein und wurden von der U-Bahn zwei Stationen weiter in der Innenstadt wieder ausgespuckt. Entlang einer Prachtstraße und einiger Gassen und Gässchen erreichten sie schließlich ihr Ziel: die Pinakothek der Moderne.

Das Gebäude beeindruckte mit seiner kantigen Beton-Glas-Optik und seiner Rotunde, dem großen, Licht durchfluteten Foyer mit einer großen, runden Scheibe, die sich zwischen den Wänden aufspannte. Nach dem sie ihr gelbes Eintritts-Armband erhalten hatten, zogen die Sänger von hier aus los und erkundeten das Museum. Die Ausstellungsstücke reichten von Autos, Motorrädern und Mobiliar aus verschiedenen Zeitepochen über Roboter die zeichnen konnten bis hin zu einer Ausstellung über die Architektur des Olympiastadions. Das Museum war so groß und weitläufig dass man sich darin verlaufen konnte, was auch geschah, und die Zeit war sehr knapp bemessen um sich alles anzusehen. Als auch der letzte Wunsch in Museumsshop erfüllt worden war, ging es zurück zum Treffpunkt an der Kirche. Alles in Allem war es interessant und entspannend die verschieden Exponate aus verschiedenen Zeitepochen zu bestaunen, so konnen wir ruhig und fokusiert das anschließende Konzert singen.

Botanischer Garten

Als kleine Gruppe von zehn Kindern und zwei Betreuern hatten wir uns entschieden, den Botanischen Garten zu besuchen. Auf diese Weise können wir nicht nur mit unseren Stücken die Welt bereisen, sondern auch die Pflanzenwelt der verschiedenen Kontinente erkunden.

Nach einer etwa 45-minütigen Fahrt mit U-Bahn und Tram quer durch München waren wir schließlich im Botanischen Garten angelangt und interessierten wir uns zuallererst für die vielseitigen Gewächshäuser. Angefangen bei Kakteen, dessen Blüten bis zum Glasdach reichten, liefen wir vorbei an Seerosenteichen, Aquarien, Palmen sowie Farnen jeglicher Größe. Dabei wanderten wir in kürzester Zeit durch verschiedenste Kontinente und Klimatypen: den feucht-warmen Tropen folgten trockene Savannen und Wüsten. Mittagessen gab es übrigens in Mexiko, wo wir unsere mitgenommen Burger verspeisten.

Aber nicht nur Pflanzen gab es zu sehen – wir sichteten auch einige Tiere. Neben der heimischen Schnecke im Tropenhaus, die sich ähnlich invasiv wie die Fledermaus in die Vogelhochzeit dort eingenistet hat, gab es Schildkröten und Fische aller Art und Größe zu bestaunen. Am Ausgang der Gewächshäuser trafen wir auf eine überaus motivierte Mitarbeiterin des Gartens, die uns reichlich Lagepläne in die Hand drückte. Im Austausch konnten wir ihr einige Konzertflyer mitgegeben. Der Konzertbesuch passte bei ihr leider ebenso wenig in die Terminplanung wie bei uns der von ihr vorgeschlagene Besuch des Museumsshops…

Nach dieser Begegnung gingen wir über den Schmuckgarten vorbei an der Orangerie zu einer größeren Wiese, auf der es sich ein Teil der Gruppe gemütlich machte. Die Übrigen liefen nach Belieben noch ein wenig weiter durch die zahlreichen kleinen Biotope: Wir umwanderten einen See, drangen durch ein Moor und überschauten die Alpen. Das alles natürlich in Kleinformat.

Nachdem sich unsere zwei Grüppchen wieder getroffen hatten, packten wir in Ruhe unsere Sachen und liefen in Richtung Ausgang. Zufrieden kamen wir wieder an der Kirche an. Alles in allem war unsere kleine Weltreise nicht nur interessant, sondern vor allem unterhaltsam und entspannend. Was kann man Schöneres vor einem langen Konzert unternehmen?    

Jüdisches Museum

Wir haben heute das Jüdische Museum in München besucht. Nach einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn, stiegen wir am Marienplatz aus. Das Museum lag etwa 3 Minuten entfernt. Nach kurzer verwirrung fanden wir zum Glück den Eingang. Freundlicherweise bot das Museum eine kurze Einweisung an. Im Jüdischen Museum gab es eine Dauerausstellung und zur Zeit eine Wechselausstellung zum Thema „Heidi in Israel“. In der Dauerausstellung wurde das Leben der Juden in München dargestellt. Durchaus interessant, wenn es allerdings nach uns gegangen wäre hätte das Thema noch viel ausführlicher behandelt werden können.

Eine spannende Fahrstuhlfart führte uns zu der Wechselausstellung. Sie behandelt die Kinderbuch beziehungsweise Filmfigur „Heidi, das Mädchen aus den Alpen“. Wir lernten über die Entstehung, Hintergrund und Reklame der Filme und Bücher im Wandel der Jahrzehnte. Wir waren erstaunt, wie lange schon Heidi Kinder auf der ganzen Welt unterhält. Der Hintergrund der Bücher war uns bis heute nicht bewusst und lässt uns nun anders auf die Geschichte schauen.

Mit einem Kaffee oder Kakao schlossen wir unseren Ausflug in die jüdische Geschichte. Da auch nach unserer kleinen Kaffeepause noch Zeit übrig genossen wir noch ein Eis, natürlich mit genug Abstand zur anstehenden Ablaufprobe.

Singen, singen, singen

Seit einer Woche sind wir nun im Allgäu. Trotz eines gelungenen Eröffnungskonzertes war die Woche hauptsächlich von umfangreichen Proben geprägt. Heute kamen die Konzerte nun auf einen Schlag, gleich drei Auftritte erwarteten uns in Sonthofen!

Dank einer Einladung zum internationalen Chorfestival „Sonthofen singt“ präsentierten wir einen Ausschnitt unseres Programms auf einer Open-Air-Bühne. Um als Chor erkennbar zu sein, trugen wir unsere neuen roten Chor-T-Shirts. Diese trugen wir auch schon heute Vormittag – ein Fototermin stand an. Wir zeigten uns nicht nur in unseren T-Shirts, sondern auch in unseren tollen dunkelblauen Hoodies.

Nach den Fotos und dem Mittagessen ging es mit dem Bus nach Sonthofen. Auf dem Marktplatz empfing uns schon eine bunte Menschenmenge, die gerade einem süddeutschen Ensemble beim Musizieren zuhörte. Die traditionelle Musik inspirierte unseren Chor zum spontanen Tanzen – sehr zur Freude des Publikums.

Da sich auf dem Festival Jodelgruppen, Familienmusik oder Chöre im 20-Minuten Takt abwechselten uns es dabei manchmal etwas länger dauerte, viel unser zweiter Auftritt zwar etwas kürzer aus, kam aber ebenso gut an.

Mit den etwa 80 Sängern des Kinder- und Jugendchores ging es auf der Bühne durchaus etwas enger zu.

Nach den zwei Auftritten ging es in Eile zur Stellprobe für unser Abendkonzert. Schnell noch umziehen und einigermaßen pünktlich um 19:30 Uhr begann unser Konzert in der St-Michael Kirche. Wir sangen fast unser vollständiges Programm und packten bestmöglich alles Erprobte aus. Das Publikum freute sich insbesondere über die Volkslieder sowie die vom Kinderchor getanzten Stücke „Kusimama“ und „Hats“.

Auch wir waren mit uns zufrieden und kamen abends erschöpft aber glücklich in Leutkirch an.

Musik, „Kunst“ & Sport

„Endspurt“ war die Losung am Nachmittag. Dies betraf sowohl die musikalisch-künstlerische als auch die sportliche Komponente. Denn am Nachmittag wurde im Hinblick auf morgen noch einmal eingehend geprobt. Die jeweils Probefreie Gruppe hatte die Gelegenheit zum Tanzen, Basteln, Spielen oder kreativen Bedenken des geheimen Chorfreundes. (Jeder hat einen geheimen Chorfreund, von welchem er unbekannterweise beschenkt oder in sonst einer kreativen Art und Weise bedacht wird. Anders gesagt, es hat auch jeder jemand anderen zu bedenken.)

Eine Besonderheit gab es für die Sänger des Kinderchores, welche die Aufgabe bekamen, das zum Teil vorhandene Chaos in ihren Zimmern zu beseitigen. Alles getarnt als Schönheitswettbewerb. Die ersten drei Plätze wurden nach festgelegten Kriterien gekürt. Das Ergebnis fiel mancherzimmers recht kreativ aus. Außerdem bekam jedes Zimmer ein kleines Feedback. Ob es das gleiche nun für den Jugendchor geben wird???

Am Abend waren Teamgeist und Kooperation gefragt, denn es wurde in vier Teams, jeweils zwei gegeneinander, gespielt. Das Ziel: die fremde und die eigene Fahne ins eigene Feld zu bringen! (Jedenfalls bei manchen Gruppen. Bei vereinzelten Gruppen reichte es, die fremde Fahne zu erobern) Die Strategien waren so unterschiedlich wie die Gruppen selbst. Nach einigen Runden gingen alle bald, und vor allem ungewöhnlich ruhig, zu Bett.

Das Ohr trinkt mit

Bei der Brauerei Härle

Einen Einblick in die Produktion der Brauerei Härle bekamen wir bei einer Führung durch den Betrieb. Dabei wurden wir gestaffelt in drei Gruppen durch die Produktion geführt und sahen die Kessel, Gär- und Lagerfässer, die Abfüllanlage und den brauereieigenen Hopfengarten. Parallel probten die anderen Gruppen in unserer Unterkunft.

Nun wissen wir u.a., was die Seele, die Würze und der Geist des Bieres sind und dass das Ohr mittrinkt und Bügelverschlüsse darum im Trend liegen („Plopp“).

Es war beeindruckend, dass die Brauerei ihre Zutaten ausschließlich aus der nahem Region bezieht (darunter täglich Tonnen von Getreide!) und die gesamte benötigte Energie (bei einer Brauerei nicht unerheblich) aus dem Verbrennen von Holzschnetzeln gewinnt. Spannend, so ein konzeptionell engagiert wie funktionierendes Unternehmen kennenzulernen, dass uns in Leutkirch seit Tourneen vor der Nase stand!

Zum Schluss wurde dann noch je nach Alter die spezielle Limonade der Firma – „Seezunge“ – die denselben Brauvorgang wie Bier durchläuft, verkostet.

Der Gemeinschaftsblog der Chorakademie Erfurt und der schola cantorum weimar.